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Informium

An der Universität Bielefeld gibt es zahlreiche Bereiche, die hervorragendes Forschungsdaten-Management betreiben. Seit Ende 2009 fördert mit Informium das Rektorat den Aufbau von hochschulweiten Services, wie Archiv-Dienste oder Werkzeuge für kollaborative virtuelle Forschungsumgebungen. Weltweit steht die Entwicklung von Services aufgrund der anspruchsvollen Anforderungen und sehr unterschiedlichen Methoden in einzelnen Fachgebieten erst am Anfang (s.a. Kontext).

Das Pilotprojekt Informium hat in seiner ersten Phase (bis 2013) Services für  Beratung und Veröffentlichung entwickelt und hochschulweit freigegeben. Die Abstimmung mit einzelnen Forschungsbereichen, etwa dem CITEC, dem IKG und dem CeBiTec erfolgt in der "Fokusgruppe Forschungsdaten". Diese Gruppe ist offen für alle interessierten Forschungsdaten-Spezialisten an der Universität Bielefeld. Darüber hinaus werden aktuelle Themen im Kolloquium Wissensinfrastruktur vorgestellt.

Zu seinem Beginn hat sich das Projekt Informium auf sozialwissenschaftliche Daten fokussiert. Beispielsweise konnten Services für das Datenservicezentrum für Betriebs- und Organisationsdaten (BMBF-gefördert) und den SFB882 „Von Heterogenitäten zu Ungleichheiten“ (DFG) aufgebaut werden.

DSZ-BO - Services für das Datenservicezentrum für Betriebs- und Organisationsdaten

In diesem Projekt werden Services rund um soziologische Mikrodaten aufgebaut. Mikrodaten stellen Primär- bzw. Rohdaten dar, die im Rahmen von sozialwissenschaftlichen Studien aus Erhebungen, Tests oder Befragungen gesammelt werden. Ziel der Initiative ist unter anderem der Aufbau eines Forschungsdaten-Archivs, welches die langfristige Verfügbarkeit dieser Datensätze sicherstellt und für wissenschaftliche Nutzungszwecke (z.B. Sekundäranalysen) verfügbar macht. Datenstandards der empirischen Sozialforschung, wie DDI (Data Documentation Initiative) erlauben den direkten Austausch von Studien zwischen den Forschenden bzw. Institutionen. Dadurch können zukünftig Untersuchungen neuer Fragestellungen aus bereits vorliegenden Datensätzen durchgeführt und die mühsam und teuer erhobenen Daten für alternative Sekundäranalysen wiederverwendet werden. Auch wenn das DSZ-BO einen spezifischen Fokus auf bestimmte Datentypen innerhalb der Sozialwissenschaften hat, sind die entwickelten Konzepte und Technologien sowie die erprobten Kooperationsformen übertragbar auf andere sozial-, geistes- und naturwissenschaftliche Bereiche.

Weitere Infos: http://dszbo.uni-bielefeld.de

SBF882 – Teilprojekt INF (Informations- und Dateninfrastruktur)

Dieses Projekt übernimmt mit dem Aufbau und der Administrierung einer virtuellen Forschungsumgebung zentrale Servicefunktionen im Bereich der Daten- und Informationsinfrastruktur. Es entwickelt und implementiert Standards der Dokumentation für die generierten Daten, entwirft Anonymisierungskonzepte zur Archivierung und übernimmt methodologische Beratungsfunktionen. Dazu wird eine drei Elemente umfassende virtuelle Forschungsumgebung aufgebaut:

  • Eine konventionelle Arbeitsplattform, über die die notwendigen IT-Ressourcen für die Teilprojekte sowie den gesamten SFB bereitgestellt werden. Diese Arbeitsplattform bietet den Forschenden eine effektive Unterstützung bei ihrer sozialwissenschaftlichen Forschungspraxis, indem sie verschiedene Werkzeuge der täglichen Arbeit in einer einzigen, an die spezifischen Anforderungen der Teilprojekte und an die Arbeitsweisen der Forschenden angepassten Informationsinfrastruktur zusammenfasst.
  • eine Forschungsdatenplattform, die Dienste zur Archivierung und Nachnutzung von Datensätzen zur Verfügung stellt und für die infrastrukturelle und methodologische Koordination der Dokumentation der Daten zuständig ist. Die Dokumentation des gesamten Datenlebenszyklus – von der Projektidee bis hin zur Datenanalyse und Datenarchivierung - geschieht dabei über die Implementierung und Anwendung des Metadaten-Standards DDI3.x (Data Documentation Initiative) in allen Teilprojekten.
  • ein Schnittstellenmodul, mit dem die externe Anbindung an bestehende Informationsressourcen (z.B. SOEP, FDZ, DSZ) hergestellt und weitere Werkzeuge für den Datenaustausch zur Verfügung gestellt werden.
Durch die Erweiterung der klassischen Funktionen des Aufbaus und der Pflege der Informations- und Dateninfrastruktur übernimmt dieses Teilprojekt Entwicklungs- und Beratungsfunktionen im Bereich der IT-Infrastruktur und der empirischen Forschungsmethoden. Insgesamt leistet es damit einen Beitrag zur Weiterentwicklung sozialwissenschaftlicher Forschungsmethodik und zum Ausbau der Dateninfrastruktur für mit unterschiedlichen Methoden (qualitativ-quantitativ) und an unterschiedlichen Einheiten (Situationen, Personen, Betriebe) gewonnenen Daten.
 
Weitere Infos: http://sfb882.uni-bielefeld.de